Die wichtigsten Vorbereitungen

Bevor mein Abenteuer in China überhaupt beginnen konnte, gab es natürlich einiges zu organisieren. Das Wichtigste war zunächst das Visum. Da ich für meinen Aufenthalt ein X2-Visum benötigte, führte mich der Weg nach Hamburg zum chinesischen Visa Application Service Center. Dort musste ich meinen Reisepass abgeben und die erforderlichen Unterlagen einreichen. Bereits vier Tage später konnte ich ihn mit dem eingeklebten X2-Visum wieder abholen. Die Beantragung kostete rund 100 Euro. Damit stand meiner Einreise nach China nichts mehr im Weg.

Zum Glück musste ich mich nicht um alles selbst kümmern. Meine Gastfamilie übernimmt sowohl die Kosten für den Flug als auch für meine Krankenversicherung. Das hat die Vorbereitung deutlich erleichtert und mir einiges an Organisation abgenommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt waren die Gastgeschenke. Mir war es wichtig, meiner Gastfamilie etwas Persönliches aus Deutschland mitzubringen. Für die fünfjährige Miki habe ich das Brettspiel „Mensch ärgere Dich nicht“ ausgesucht. Ich hoffe, dass wir es gemeinsam spielen und dabei vielleicht sogar ein bisschen Englisch üben können. Für ihre Eltern habe ich Herrnhuter Sterne gekauft. Sie haben einen besonderen Bezug zu meiner Heimat und sind für mich ein schönes Stück deutscher Tradition. Außerdem durften verschiedene Schokoladensorten und Gummibärchen nicht fehlen.

Alle Geschenke habe ich in rotes Geschenkpapier eingepackt. In China steht die Farbe Rot für Glück, Freude und Wohlstand. Ich fand es schön, diese Tradition schon bei meinen Vorbereitungen aufzugreifen und meiner Gastfamilie damit hoffentlich eine kleine Freude zu bereiten.

Neben den klassischen Reisevorbereitungen musste ich mich auch technisch auf meinen Aufenthalt einstellen. In China funktionieren viele Apps, die wir in Deutschland täglich nutzen, nicht oder nur eingeschränkt. Deshalb habe ich mir schon vor der Abreise die wichtigsten chinesischen Apps eingerichtet. Dazu gehören WeChat, das dort für Nachrichten, Telefonate und vieles mehr genutzt wird, Alipay zum Bezahlen sowie AMap zur Navigation. Außerdem habe ich einen VPN eingerichtet, damit ich auch in China auf Dienste wie WhatsApp oder Instagram zugreifen und weiterhin mit meiner Familie und meinen Freunden in Kontakt bleiben kann.

Je näher der Abflug rückte, desto mehr wurde mir bewusst, dass aus der anfänglichen Idee nun Wirklichkeit wird. Mit dem Visum im Reisepass, den gepackten Geschenken und den wichtigsten Vorbereitungen war ich bereit für mein größtes Abenteuer bisher.

Foto: 100 und 50 Yuanscheine


Was ich eingepackt habe

Eine der spannendsten Vorbereitungen vor meiner Reise nach China war definitiv das Packen meines Koffers. Auf den ersten Blick klingt es gar nicht so schwierig, für ein halbes Jahr alles Wichtige einzupacken – bis man tatsächlich davorsteht und merkt, wie viele Dinge man eigentlich braucht. Die größte Herausforderung war, alles in nur 23 kg unterzubringen. In meinen Koffer mussten schließlich nicht nur Kleidung und persönliche Sachen, sondern auch Sommer- und Wintersachen, Gastgeschenke und wichtige Dinge wie Adapter passen. Gleichzeitig wollte ich unbedingt noch genügend Platz für all die Erinnerungen und Mitbringsel lassen, die ich hoffentlich aus China wieder mit nach Hause bringen werde.

Ganz wichtig waren natürlich meine Reisedokumente. Reisepass, Visum und Versicherungsunterlagen gehören zu den Dingen, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Ohne diese wäre die Reise schließlich gar nicht möglich. Auch mein Laptop, mein Handy, Ladegeräte und Adapter mussten unbedingt mit. Gerade in China sind Adapter wichtig, da dort andere Steckdosen verwendet werden. Zusätzlich habe ich eine kleine Reiseapotheke eingepackt, damit ich einige vertraute Medikamente und wichtige Dinge griffbereit habe, falls ich sie brauche.

Bei meiner Kleidung musste ich besonders gut überlegen. Da ich ein halbes Jahr in Chengdu verbringen werde, brauche ich Sachen für verschiedene Temperaturen und Jahreszeiten. Sommerkleidung, wärmere Kleidung für kühlere Tage und natürlich bequeme Schuhe mussten alle ihren Platz finden. Gerade weil ich viel unterwegs sein möchte, die Stadt erkunden und möglichst viele neue Orte sehen möchte, sind bequeme Sachen für mich besonders wichtig.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf meiner Packliste waren die Gastgeschenke für meine Gastfamilie. Ich wollte ihnen gerne etwas aus meiner Heimat mitbringen und ihnen damit zeigen, dass ich mich auf die gemeinsame Zeit freue. Ich finde, kleine persönliche Geschenke sind eine schöne Möglichkeit, den ersten Kontakt zu erleichtern und eine Verbindung aufzubauen.

Beim Packen musste ich aber auch schon an die Rückreise denken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Koffer für den Rückweg nicht ausreichen wird. In sechs Monaten werde ich bestimmt viele besondere Erinnerungen sammeln und Dinge entdecken, die ich gerne mit nach Hause nehmen möchte. Dazu gehören kleine Andenken an meine Zeit in China, Geschenke für meine Familie und Freunde oder Dinge, die mich später an dieses besondere Abenteuer erinnern werden. Wahrscheinlich werde ich also nicht darum herumkommen, für die Rückreise einen zweiten Koffer zu organisieren.

Foto: Gastgeschenke


Meine Gefühle vor der Abreise

So sehr ich mich auf die Reise freue, eine Abreise bedeutet auch immer Abschied. Es ist nicht alles nur aufregend und schön – es gibt auch Momente, die schwerfallen. In den letzten Tagen vor meiner Abreise wurde mir immer bewusster, dass ich für ein halbes Jahr mein gewohntes Umfeld verlasse.

Mein letzter Arbeitstag in meinem Minijob war einer dieser Momente. Ich musste mich von meinen Kolleginnen und Kollegen verabschieden, mit denen ich eine schöne Zeit hatte. Dort konnte ich viel lernen und viele wertvolle Erfahrungen sammeln, weshalb mir der Abschied nicht leichtgefallen ist. Besonders schwer war für mich auch der Abschied von meinen Großeltern, da ich weiß, dass ich sie lange nicht sehen werde. Auch meine Freunde zu verabschieden war ein komisches Gefühl, auch wenn ich weiß, dass wir nach meiner Rückkehr wieder dort weitermachen können, wo wir aufgehört haben.

Trotz all dieser Abschiede freue ich mich natürlich sehr darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Ich habe lange auf diesen Moment hingearbeitet und kann es kaum erwarten, neue Erfahrungen zu sammeln, neue Menschen kennenzulernen und China zu entdecken. Wahrscheinlich gehört genau diese Mischung aus Vorfreude und ein bisschen Wehmut einfach zu einem solchen Abenteuer dazu.