Meine ersten Tage in Chengdu

30.07. Flug und Ankunft in Chengdu 🇨🇳

Mein Flug startete um 14 Uhr in Prag und führte mich nach rund neun Stunden nach Beijing. Dort hatte ich etwa zweieinhalb Stunden Zeit, um durch die Passkontrolle zu gehen, mein Gepäck abzuholen, erneut aufzugeben und anschließend noch einmal die Sicherheitskontrolle zu passieren, bevor es mit einem weiteren dreistündigen Flug nach Chengdu weiterging.

Nach insgesamt rund 15 Stunden Anreise wurde ich am Flughafen in Chengdu von Jason, einem Mitarbeiter der Organisation, mit der ich in China bin, herzlich empfangen. Gemeinsam fuhren wir mit dem Taxi in die Stadt.

Mein Hotel erinnert eher an ein Airbnb als an ein klassisches Hotel. Es gibt keine Rezeption – stattdessen erhält man einen Zahlencode, mit dem sich die Eingangstür öffnen lässt.

Da ich gegen 11 Uhr in Chengdu angekommen war, ging es direkt zum Mittagessen an einen kleinen Straßenstand. Dort probierte ich Nudeln in einer würzigen Rindfleischsuppe. Gegessen wurde natürlich mit Stäbchen – gar nicht so einfach am Anfang, aber mit etwas Übung klappt es immer besser. 😄

Danach habe ich mir für gerade einmal 0,50 € ein Zitronenwasser gekauft. Es war unglaublich lecker und genau die richtige Erfrischung.

Anschließend stand etwas Bürokratie auf dem Programm: eine chinesische SIM-Karte beantragen. Das war ein echtes Erlebnis. Gefühlt haben sich fünf Mitarbeiter gleichzeitig meinen deutschen Reisepass angeschaut und gemeinsam die SIM-Karte eingerichtet. Insgesamt hat die Aktion fast zwei Stunden gedauert. Danach wurden direkt alle wichtigen Apps installiert, die man in China braucht. WeChat, AliPay, Amap, VPN etc. Hier läuft nämlich alles digital – bezahlt wird praktisch ausschließlich mit Apps, Bargeld spielt kaum noch eine Rolle.

Später haben wir die Stadt mit dem Fahrrad erkundet. Das Ausleihen ist unglaublich günstig: Eine einzelne Fahrt kostet nur etwa 0,20 €, und ein ganzer Monat Fahrradfahren schlägt mit rund 5 € zu Buche. Die Leihräder stehen wirklich überall in der Stadt. Chengdu ist außerdem sehr flach, sodass man wunderbar mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. Nur die vielen Rollerfahrer sorgen manchmal für etwas Chaos.

Zum Abendessen gab es Dumplings mit verschiedenen Fleischfüllungen und einer richtig scharfen Soße – definitiv nichts für empfindliche Geschmacksnerven!

Mein erster Eindruck von Chengdu ist durchweg positiv. Die Menschen hier sind unglaublich freundlich. Gleichzeitig fällt man als Europäer natürlich auf: Auf der Straße wird man häufig neugierig angeschaut. Mit meinen 1,75 m als Frau vielleicht nochmal mehr… Besonders Kinder scheinen mich ziemlich interessiert zu finden.

Außerdem ist Chengdu eine überraschend grüne Stadt. Überall gibt es Parks und viele Bäume. Seit meiner Ankunft regnet es allerdings immer wieder – teilweise sogar stundenlang und ziemlich heftig. Das gehört hier wohl einfach dazu.

Alles in allem war es ein spannender erster Tag mit vielen neuen Eindrücken. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen in China noch alles für mich bereithalten!

31.07. Kennenlernen

Heute begann der Tag mit einem typisch chinesischen Frühstück: gedämpfte Teigtaschen, die mit Kraut und Fleisch gefüllt waren.

Anschließend stand das Briefing für meine Au-pair-Stelle auf dem Programm. Dabei wurde erklärt, worauf wir während unseres Aufenthalts achten müssen. Außerdem mussten wir noch einige Verträge unterschreiben und Fotos für die Unterlagen machen.

Danach habe ich andere Au-pairs kennengelernt und wir sind gemeinsam zum Mittagessen gegangen. Das Essen war wieder richtig gut – und unglaublich günstig. Für nur 16 Yuan, also umgerechnet etwa 2,50 €, gab es Reis mit Soße und einem Hähnchenschenkel. Dazu konnte man sich aus rund 20 verschiedenen Beilagen so viel nehmen, wie man wollte. Es gab unter anderem gebratene Bohnen, Tomaten mit Ei, Nudeln und viele weitere Gerichte. Sogar das Getränk war im Preis enthalten.

Das Wetter war heute deutlich angenehmer als gestern. Es hat zwar den ganzen Tag geregnet, aber bei etwa 25 Grad ließ es sich trotzdem gut aushalten.

Auch die Preise für den öffentlichen Nahverkehr sind beeindruckend. Für eine Fahrt mit der U-Bahn über fünf Stationen habe ich gerade einmal 0,23 € bezahlt.

Morgen wird es dann richtig spannend: Ich lerne endlich meine Gastfamilie kennen. Ich freue mich schon sehr darauf und bin gespannt, was mich erwartet!

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