Meine erste Woche in Chengdu 🇨🇳

08.08.2026

Endlich bin ich bei meiner Gastfamilie angekommen und habe die ersten Tage erfolgreich geschafft! Ich wohne hier zusammen mit Violetta und Kelvin, meinen Gasteltern, und Miki, ihrer Tochter, mitten im Stadtzentrum von Chengdu. Wir wohnen im 20. Stock und haben von dort einen ziemlich beeindruckenden Ausblick über die Stadt. Besonders abends, wenn überall die Lichter angehen, ist die Aussicht wirklich schön.

Die ersten drei Tage hat mir das vorherige Au-pair alles gezeigt und mich ein bisschen in den Alltag hier eingeführt. So konnte ich mich erstmal orientieren und wusste zumindest ungefähr, wo ich was finde.

Meine ersten Chinesischstunden

Meine ersten Chinesischstunden hatte ich inzwischen auch schon. Zurzeit bin ich allerdings in einer Klasse, die bereits seit mehreren Monaten Mandarin lernt, da gerade keine Anfängerklasse startet. Das ist… sagen wir mal… ziemlich anstrengend. 😅

Während die anderen fleißig Sätze bilden, versuche ich erstmal herauszufinden, welches Wort gerade überhaupt gesagt wurde. Für mich hört sich nämlich momentan noch ziemlich viel gleich an. Ich verstehe dementsprechend so gut wie nichts und hoffe einfach, dass mein Gehirn irgendwann anfängt, die ganzen Töne und Wörter voneinander zu unterscheiden.

Hotpot, Frosch und andere interessante Gerichte

Auch kulinarisch habe ich in meinen ersten Tagen schon einiges erlebt. Mit der Familie war ich zum Beispiel Hotpot essen. Dabei steht in der Mitte des Tisches ein Topf mit kochender Suppe. Mit seinen Stäbchen nimmt man sich dann Fleisch, Tintenfisch oder andere Zutaten und hält sie in die Suppe, bis sie gar sind. Dazu kommen zum Beispiel Pilze oder auch Entenblut.

Ich muss ehrlich sagen: Außer der Schärfe habe ich vom Blut geschmacklich nicht besonders viel mitbekommen. 😂

Für das tägliche Essen gibt es bei der Familie eine Nanny. Sie hilft nicht nur im Haushalt und beim Wäschewaschen, sondern kann auch hervorragend kochen. Dabei gibt es allerdings auch ein paar Regeln im Haushalt, an die ich mich erst einmal gewöhnen musste. Unterwäsche und Socken dürfen zum Beispiel ausschließlich mit der Hand gewaschen werden – definitiv eine Sache, die ich so von zu Hause nicht gewohnt bin.

Beim Essen durfte ich dafür schon einige chinesische Gerichte ausprobieren, die ich vorher noch nie gegessen habe. Unter anderem gab es Frosch. Und überraschenderweise schmeckt Frosch tatsächlich ziemlich ähnlich wie Hühnchen.

Mein Alltag mit Miki

Wenn ich nicht gerade in der Sprachschule sitze, versuche, Mandarin zu lernen oder mit anderen Au-pairs Zitronenkaffee trinken gehe, dreht sich mein Alltag vor allem um Miki.

Ich begleite sie zu ihren verschiedenen Aktivitäten. Dazu gehören zum Beispiel Tennis, Tanzen, Speeching und Modeln. Auch Malen steht regelmäßig auf dem Programm. Langweilig wird es also definitiv nicht.

Jeden Tag mache ich außerdem ungefähr 1,5 Stunden englische Hausaufgaben mit ihr. Dabei ist wirklich alles dabei: von Mathe über die Frage „Wer war George Washington?“ bis hin zum gemeinsamen Lesen verschiedener englischer Bücher. Manchmal fühle ich mich dabei fast selbst wieder wie in der Schule. 😄

Gestern waren wir zum Beispiel im Freibad. Ein chinesisches Freibad kann man sich allerdings nicht unbedingt so vorstellen wie ein deutsches. In einer Stadt mit über 20 Millionen Einwohnern wirkt es fast ein bisschen surreal, wenn zwischen all den Hochhäusern plötzlich ein freier Platz auftaucht und dort einfach ein großes Becken mit Wasser ist.

Was mir außerdem schnell aufgefallen ist: Viele Chinesen gehen besonders im Sommer eher raus, wenn die Sonne schon untergegangen ist. Und wenn sie doch tagsüber draußen sind, versuchen viele, ihre Haut möglichst vor der Sonne zu schützen – mit Sonnenschirmen, langen Kleidern oder bedeckten Armen und Beinen. Besonders das Gesicht wird geschützt.

Ich dagegen bin über jede einzelne Sonnenminute froh. Nach dem deutschen Sommer habe ich definitiv nicht erwartet, dass ich mich hier über möglichst viel Sonne freuen würde. 😄

Kunst, Karaoke und ein ziemlich lustiger Abend

Am Mittwoch war ich mit Varia und John unterwegs. Zuerst haben wir eine Kunstausstellung in Chengdu besucht.

Danach ging es noch in ein KTV.

KTV ist in China unglaublich beliebt – und dabei handelt es sich im Grunde einfach um Karaoke, nur mit einem eigenen Raum, in dem man mit Freunden singen kann.

Ich hatte vorher ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Aber es war mit Abstand einer der lustigsten Abende bisher. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Karaoke so viel Spaß machen kann.

Mal sehen was ich bis nächsten Sonntag alles erlebt habe. Bis dahin!

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