Diese Woche gab es wieder einiges in Chengdu zu entdecken. Ich war zum ersten Mal Eislaufen, habe mit Miki einen chinesischen Kinofilm angeschaut und meine ersten Chinesischstunden gehabt. Außerdem habe ich heute mit einer Freundin aus Italien einen wunderschönen Park besucht.
Eislaufen mitten in einer 20-Millionen-Stadt
Diese Woche war ich zum ersten Mal in Chengdu Eislaufen. Die Eislaufbahn befindet sich im IFS, einem der bekanntesten und größten Einkaufszentren in Chengdu. Das Einkaufszentrum liegt mitten im Stadtzentrum und ist nicht nur zum Shoppen beliebt, sondern bietet auch zahlreiche Restaurants und Freizeitmöglichkeiten.
Dort gibt es dann tatsächlich eine Eislaufbahn, auf der man ganz einfach seine Runden drehen kann. Für ungefähr 40 Yuan bekommt man einen Tagespass inklusive ausgeliehener Schlittschuhe. Umgerechnet sind das etwa fünf Euro.
Man muss also nicht viel vorbereiten: Schlittschuhe anziehen und schon kann es losgehen.
Ich finde es immer wieder faszinierend, wie selbstverständlich solche Freizeitmöglichkeiten hier in die riesigen Einkaufszentren integriert sind. In Deutschland würde ich eine Eislaufhalle eher als eigenes Ausflugsziel sehen – hier ist sie einfach Teil eines Einkaufszentrums.


Mein erster Kinobesuch mit Miki
Außerdem war ich diese Woche zum ersten Mal mit Miki im Kino. Der Eintritt für mich hat 30 Yuan gekostet, während Kinder kostenlos hineinkommen. Für einen Kinobesuch ist das natürlich ein ziemlich guter Preis.
Eigentlich sollte der Film englische Untertitel haben. Leider war das dann doch nicht der Fall. So saß ich plötzlich in einem chinesischen Kino und schaute einen Film auf Chinesisch – mit chinesischen Untertiteln. Eine kleine Herausforderung, wenn man gerade erst anfängt, die Sprache zu lernen.
Trotzdem fand ich den Film ziemlich unterhaltsam. Es handelte sich um den Animationsfilm „Acht Unsterbliche“ (八仙!), der von der chinesischen Mythologie inspiriert ist. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Acht Unsterblichen, die in der chinesischen Sagenwelt eine wichtige Rolle spielen.
In der Filmversion werden die acht Figuren als ganz normale Menschen dargestellt, die sich als Unsterbliche ausgeben und gemeinsam versuchen, mächtige Götter mit ihren Ideen und Tricks zu überlisten. Daraus entwickelt sich ein fantasievolles Abenteuer mit viel Humor.
Besonders interessant fand ich, dass ich durch den Film einen kleinen Einblick in die chinesische Mythologie bekommen habe. Auch die Animation fand ich spannend. Sie wirkte auf mich teilweise sehr modern und erinnerte mich ein bisschen an Bilder, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ob das tatsächlich der Fall war, weiß ich allerdings nicht.
Auch wenn ich sprachlich längst nicht alles verstehen konnte, hat sich der Kinobesuch definitiv gelohnt. Und wer weiß – vielleicht verstehe ich beim nächsten chinesischen Film ja schon ein bisschen mehr.



Meine ersten Chinesischstunden
Diese Woche hatte ich außerdem meine ersten Chinesischstunden. Und ich kann jetzt schon sagen: Die Aussprache hat es ganz schön in sich.
Besonders die vier verschiedenen Töne im Mandarin sind gar nicht so einfach. Ein Wort kann je nach Ton eine ganz andere Bedeutung bekommen. Da heißt es also: gut zuhören, üben und vor allem nicht den Mut verlieren.
Bisher habe ich gelernt, bis zehn zu zählen, mich zu begrüßen und mich zu verabschieden. Kleine Schritte, aber immerhin.
Mein neues Wissen konnte ich auch direkt im Alltag ausprobieren. Wenn man hier ein Taxi bestellt, identifiziert man sich unter anderem dadurch, dass man dem Fahrer die letzten vier Ziffern seiner Handynummer nennt.
Beim ersten Mal hat das richtig gut geklappt. Beim zweiten Mal wollte der Fahrer mich allerdings irgendwie nicht verstehen. Vielleicht muss ich meine Aussprache doch noch ein bisschen verbessern.
Dafür ist Taxifahren hier wirklich günstig. Für eine Fahrt von ungefähr zehn Kilometern, die etwa eine halbe Stunde dauert, zahlt man rund 20 Yuan – also weniger als drei Euro. Da fährt man natürlich gerne mal mit dem Taxi durch die Stadt.




Der Donghu-Park
Heute war ich mit einer Freundin aus Italien im wunderschönen Donghu-Park (东湖公园) in Chengdu.
Der Park liegt im Stadtbezirk Jinjiang und ist ein schöner Ort, um dem Trubel der Großstadt für eine Weile zu entkommen. Rund um den See kann man spazieren gehen, die Natur genießen und einfach ein bisschen zur Ruhe kommen.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Atmosphäre. Obwohl ich mich mitten in einer riesigen Stadt befand, hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, in einer Millionenmetropole zu sein. Es war ruhig, grün und einfach wunderschön.
Der Spaziergang hat mich ein bisschen an Zuhause erinnert. Vielleicht war es genau diese Mischung aus Wasser, Bäumen und Ruhe, die mir so gut gefallen hat. Es war schön, für ein paar Stunden dem Großstadtleben zu entkommen und einfach die Natur zu genießen.
Ich merke immer mehr, wie viele unterschiedliche Seiten Chengdu hat. Auf der einen Seite gibt es riesige Einkaufszentren, volle Straßen und eine unglaublich große Stadt. Auf der anderen Seite gibt es solche grünen Rückzugsorte, an denen man einfach abschalten kann.


Plötzlich ist der Herbst da
Seit ungefähr einer Woche fühlt es sich hier plötzlich nach Herbst an. Noch vor zwei Wochen war in Chengdu gefühlt Hochsommer: warme Temperaturen, kurze Kleidung und richtiges Sommerwetter. Und jetzt? 20 Grad, Regen und Wind.
Statt T-Shirt und kurzen Hosen trage ich inzwischen Jeans und Pullover. Der Wetterumschwung kam für mich ziemlich plötzlich und ich musste mich erstmal daran gewöhnen. Gerade weil es vor zwei Wochen noch so warm war, fühlt sich das aktuelle Wetter irgendwie ungewohnt an.
Gleichzeitig finde ich es spannend, wie schnell sich das Wetter hier verändern kann. Chengdu zeigt mir gerade, dass Herbst nicht überall gleich aussehen muss. Auch wenn 20 Grad für mich eigentlich noch gar nicht nach richtigem Herbst klingen, fühlt es sich durch den Regen und den Wind doch schon ganz anders an.
Vor zwei Wochen noch Hochsommer und jetzt sitze ich im Pullover da – mal sehen, wie lange das Herbstwetter bleibt.


Bis nächsten Sonntag!
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