Diese Woche war wieder einiges los: Miki hatte Geburtstag, ich war für einen Tag im Disneyland Shanghai, habe in der Sprachschule angefangen, chinesische Schriftzeichen zu lernen und nebenbei wieder ein paar Dinge über den ganz normalen Alltag in China entdeckt.
Miki hat Geburtstag!
Diese Woche hatte Miki Geburtstag! Das ist allerdings etwas verwirrend, denn in China gibt es neben dem heute üblichen gregorianischen Kalender auch den traditionellen chinesischen Kalender. Je nachdem, nach welchem Kalender man sich richtet, kann der Geburtstag deshalb auf unterschiedliche Tage fallen.
Das hat dazu geführt, dass Miki mir ungefähr vier Tage lang jeden Tag erzählt hat, dass sie heute Geburtstag hat.
Natürlich durfte auch ein Geschenk nicht fehlen. Sie hat ein wunderschönes Barbie-Puppenhaus bekommen – definitiv auch mein Kindheitstraum. Dazu gab es jede Menge Barbies. Ich habe ihr außerdem ein Buch zum Vorlesen und ein Spiel geschenkt, das wir zusammen spielen können.

Ein Tag im Shanghai Disneyland
Beim Abendessen am Mittwoch hat mich die Familie dann ganz spontan gefragt, ob ich am Samstag mit ihnen nach Shanghai und ins Disneyland fahren möchte. Ich habe natürlich sofort Ja gesagt!
Also hieß es am Samstag früh aufstehen. Um 5 Uhr morgens ging es los Richtung Flughafen. Nach einem ungefähr dreistündigen Flug landeten wir in Shanghai und waren gegen 10 Uhr bereits im Disneyland.
Das Wetter war bewölkt und zwischendurch gab es ein paar kurze Regenschauer. Mit ungefähr 30 Grad war es trotzdem angenehm warm und eigentlich perfektes Wetter für einen Tag im Freizeitpark.
Ich war wirklich beeindruckt von dem Park und kann ihn definitiv empfehlen, wenn man in Shanghai ist. Auch wenn Disneyland natürlich vor allem für Kinder gedacht ist, verbinde ich selbst sehr viel mit Disney aus meiner Kindheit. Deshalb hat es mir mindestens genauso viel Spaß gemacht wie Miki.
Es gab eine gute Mischung aus Achterbahnen, Karussells und anderen Fahrgeschäften. Natürlich durfte auch das typische Disney-Erlebnis nicht fehlen.


Miki wurde zuerst zu einer echten Prinzessin umgestylt. Danach ging es zum Abendessen ins Prinzessinnenschloss. Zwischendurch gab es unzählige Fotos mit Mickey Mouse, Donald Duck und anderen Disney-Figuren und natürlich durfte auch eine Parade nicht fehlen.




Zum Abschluss haben wir uns noch das Feuerwerk angeschaut. Danach ging es direkt zurück zum Flughafen und wieder nach Chengdu.
Um halb drei Uhr morgens lag ich schließlich im Bett. Ein ziemlich langer, aber auch unglaublich schöner Tag.

Jetzt wird Chinesisch geschrieben
In der Sprachschule lernen wir inzwischen nicht mehr nur die Aussprache und die Töne, sondern auch die ersten chinesischen Schriftzeichen.
Und ich muss sagen: Es fühlt sich wirklich ein bisschen so an, als würde ich gerade noch einmal von vorne lesen und schreiben lernen.
Während wir im Deutschen ein Alphabet mit 26 Buchstaben haben, bestehen chinesische Schriftzeichen aus verschiedenen Bestandteilen und Strichen. Ein einzelnes Zeichen steht dabei meistens für eine Silbe und trägt eine bestimmte Bedeutung. Viele Zeichen setzen sich wiederum aus kleineren Bestandteilen zusammen, die Hinweise auf die Bedeutung oder Aussprache geben können.
Und dann kommt die eigentliche Herausforderung: Es gibt sehr viele chinesische Schriftzeichen. Insgesamt existieren zehntausende Zeichen, im Alltag braucht man aber natürlich nur einen Bruchteil davon. Um Zeitungen und normale Texte problemlos lesen zu können, sollte man ungefähr 2.000 bis 3.000 häufig verwendete Zeichen kennen. Für ein wirklich hohes Sprachniveau braucht man entsprechend noch mehr.
Davon bin ich momentan noch ziemlich weit entfernt. Gerade lerne ich erstmal die ersten Zeichen und versuche, mir zu merken, wie sie geschrieben werden. Es ist ungewohnt, nicht einfach Buchstaben aneinanderzureihen, sondern jedes Zeichen als eigene Einheit lernen zu müssen.

Chinesischer Alltag
Zum Abschluss möchte ich noch zwei Dinge erzählen, die vielleicht weniger spektakulär sind, aber einen guten Einblick in meinen normalen Alltag hier in China geben.
Fahrradfahren in Chengdu
In Chengdu kann man an fast jeder Ecke Fahrräder ausleihen. Dafür braucht man eigentlich nur sein Handy und die entsprechende App.
Man sucht sich einfach eines der Fahrräder aus, die überall in der Stadt verteilt stehen, scannt den QR-Code am Lenker und schon wird das Fahrrad freigeschaltet. Kurz darauf hört man ein Klicken und eine Stimme sagt, dass das Fahrrad freigegeben wurde – und schon kann es losgehen.
Da Chengdu relativ flach ist, macht Fahrradfahren hier wirklich Spaß. Für meinen ungefähr 20-minütigen Weg zur Sprachschule nutze ich deshalb inzwischen gerne das Fahrrad.
Ich habe für einen Monat 18 Yuan bezahlt und kann damit einen Monat lang Fahrrad fahren. Das sind umgerechnet gerade einmal etwas mehr als zwei Euro.



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