Wer in China lebt, entdeckt die Unterschiede zu Deutschland nicht nur bei Sehenswürdigkeiten und Ausflügen, sondern auch im ganz normalen Alltag. Diese Woche habe ich mich deshalb einmal genauer mit einem Ort beschäftigt, den man regelmäßig besucht: dem Supermarkt. Dabei habe ich einige Preise fotografiert und festgestellt, dass sich der Einkauf in China in manchen Punkten deutlich von dem in Deutschland unterscheidet.
Wo verstecken sich die Supermärkte in China?
Was mir beim Einkaufen in Chengdu besonders aufgefallen ist: Viele Supermärkte befinden sich gar nicht direkt an der Straße, sondern eine Etage tiefer, unterhalb der Ladenstraße. Während man oben an kleinen Geschäften, Straßenständen und anderen Läden vorbeiläuft, führen Treppen oder Rolltreppen nach unten in eine ganz andere Einkaufswelt.
Von außen ist manchmal gar nicht sofort zu erkennen, dass sich dort ein großer Supermarkt befindet. Unten angekommen, erwartet einen dann eine riesige Verkaufsfläche mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und unzähligen anderen Lebensmitteln.
Das finde ich besonders spannend, weil man beim Spaziergang durch die Straßen oft nur einen Teil des Geschäftslebens sieht. Viele Einkaufsmöglichkeiten liegen eine Etage tiefer und sind leicht zu übersehen, wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss.
Auch mein Besuch im Fmart-Supermarkt war eine solche Entdeckung. Man läuft durch die Ladenstraße und ahnt zunächst kaum, wie viel sich unter den eigenen Füßen noch befindet.


Was kosten Lebensmittel in China?
Ich habe einige Preisschilder fotografiert, um einen Eindruck davon zu bekommen, was Lebensmittel hier kosten.
- Äpfel: 4,98 Yuan pro 500 Gramm
- Grüne Trauben: 6,98 Yuan pro Packung
- Milch: 10,90 Yuan pro Packung
- Lindt-Schokolade: 46,80 Yuan pro Tafel
- Fruchtgummis: 3,90 Yuan pro Packung
- Toilettenpapier in einer Großpackung: 21,90 Yuan
- Reis: 39,90 Yuan pro Sack
- Speiseöl: ca. 10–20 Yuan pro Liter
- Eier: 26,80 Yuan für 30 Stück (ca. 0,89 Yuan pro Ei bzw. insgesamt etwa 3,50 €)
Umgerechnet entsprechen 10 Yuan ungefähr 1,30 Euro, wobei der Wechselkurs schwankt. Die Äpfel kosten damit etwa 0,65 Euro für 500 Gramm. Das ist ein Preis, den man auch in Deutschland finden kann.
Bei den Fruchtgummis wirken 3,90 Yuan, also ungefähr 50 Cent, zunächst sehr günstig. Allerdings muss man immer die Packungsgröße berücksichtigen, bevor man die Preise direkt miteinander vergleicht.
Besonders überrascht hat mich die Schokolade. Eine Tafel Lindt Excellence kostet hier laut Preisschild 46,80 Yuan, was ungefähr sechs Euro entspricht. In Deutschland findet man vergleichbare Tafeln je nach Sorte und Angebot häufig günstiger.










Mein erster Eindruck ist deshalb: China ist nicht automatisch bei allem billiger. Es kommt sehr darauf an was man kauft.
Lebende Fische im Supermarkt – Frische, die man sehen kann
Etwas, das mich besonders überrascht hat, waren die lebenden Fische in großen Wasserbecken mitten im Supermarkt. In Deutschland bin ich es gewohnt, Fisch gekühlt an einer Frischetheke oder bereits abgepackt zu kaufen. In China gibt es dagegen Supermärkte, in denen Fische bis zum Verkauf lebendig in Wasserbecken gehalten werden.
Der Grund dafür liegt vor allem in den Einkaufsgewohnheiten und der Esskultur. Fisch wird häufig möglichst frisch zubereitet. Kundinnen und Kunden können einen Fisch direkt aus dem Becken auswählen, der anschließend für sie vorbereitet wird.
Das ist besonders bei Gerichten interessant, bei denen Fisch im Mittelpunkt steht, beispielsweise bei gedämpftem Fisch oder verschiedenen chinesischen Fischgerichten.
Für mich war dieser Anblick ungewohnt. Gleichzeitig zeigt er, wie unterschiedlich die Lebensmittelangebote in China und Deutschland sein können. Was für mich erst einmal ungewöhnlich ist, gehört hier in manchen Supermärkten ganz selbstverständlich zum Einkauf dazu.

Fleisch und frische Lebensmittel
Auch die Fleischabteilung sieht anders aus als in vielen deutschen Supermärkten. Neben verschiedenen Fleischsorten werden zahlreiche bereits vorbereitete oder gegarte Fleischprodukte angeboten.
Die Auswahl ist groß und orientiert sich an den Essgewohnheiten vor Ort. Viele Lebensmittel werden anders präsentiert, als ich es aus Deutschland kenne. Gerade solche kleinen Unterschiede machen den Alltag im Ausland interessant.


Süßigkeiten und Snacks – eine riesige Auswahl
Die Snackabteilung ist ebenfalls beeindruckend. Neben bekannten Marken gibt es viele chinesische Süßigkeiten und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen. Auf meinen Fotos kosten einige Fruchtgummis beispielsweise 3,90 Yuan.
Es gibt so viele verschiedene Verpackungen und Produkte, dass man sich erst einmal in Ruhe umschauen muss. Besonders spannend finde ich, dass ich beim Einkaufen immer wieder neue Lebensmittel entdecke, die ich vorher nicht kannte.

Trockenfleisch – ein beliebter Snack in China
In der Snackabteilung ist mir auch das große Angebot an Trockenfleisch aufgefallen. Es wird in China häufig als Snack gegessen und ist in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Im Supermarkt gibt es zahlreiche abgepackte Sorten, beispielsweise getrocknetes Rind- oder Schweinefleisch, teilweise süßlich mariniert, würzig oder scharf gewürzt.

Trockenfleisch ist praktisch für unterwegs und wird gerne zwischendurch gegessen. Die vielen unterschiedlichen Verpackungen und Geschmacksrichtungen zeigen, wie vielfältig das Snackangebot in China ist. Während man in Deutschland bei Snacks vielleicht eher an Chips, Nüsse oder Schokolade denkt, gehört Trockenfleisch hier ebenfalls zu den Produkten, die man in großer Auswahl findet.
Alkohol im chinesischen Supermarkt
Auch die Getränkeabteilung war interessant. Zwischen chinesischen Getränken standen verschiedene europäische Biermarken, darunter belgische und deutsche Produkte. Auf meinen Fotos sind beispielsweise Delirium, Lindemans, Franziskaner und Benediktiner zu sehen.
Hochprozentiger Alkohol ist in China grundsätzlich ebenfalls erhältlich. Neben Bier und Wein gibt es beispielsweise Baijiu, einen traditionellen chinesischen Getreidebrand. Das Angebot unterscheidet sich allerdings je nach Geschäft.
Auch in China gibt es Steuern auf alkoholische Getränke. Die steuerliche Behandlung hängt von der Art des Getränks ab. Bei importierten Produkten können außerdem Transport- und Vertriebskosten den Preis beeinflussen. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass Alkohol in China grundsätzlich günstiger oder teurer ist als in Deutschland.
Interessant finde ich vielmehr, dass die Auswahl andere Schwerpunkte setzt: Neben internationalen Marken spielt auch traditioneller chinesischer Alkohol eine wichtige Rolle.

Warum unterscheiden sich die Preise? Ein Blick auf die Steuern
Ein interessanter Aspekt beim Vergleich zwischen China und Deutschland ist die Mehrwertsteuer.
In China beträgt der reguläre Mehrwertsteuersatz 13 Prozent. Für bestimmte Waren gelten ermäßigte Sätze. In Deutschland liegt der reguläre Satz bei 19 Prozent, während für viele Lebensmittel sieben Prozent gelten.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Lebensmittel in Deutschland teurer sein müssen. Die Preise hängen auch von Produktionskosten, Löhnen, Transportwegen, Herkunft und Nachfrage ab. Gerade bei importierten Produkten können zusätzliche Kosten entstehen.
Die Steuer ist also nur ein Teil der Erklärung dafür, warum manche Produkte in China günstiger oder teurer sind als in Deutschland.
Lokale Lebensmittelmärkte
Neben den großen Supermärkten gibt es in Chengdu auch lokale Lebensmittelmärkte, auf denen frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch verkauft werden. Sie gehören für viele Menschen zum Alltag und bieten eine weitere Möglichkeit, Lebensmittel einzukaufen.
Regionale und saisonale Produkte können dort teilweise günstiger sein als im Supermarkt. Das hängt natürlich von der Jahreszeit, der Qualität und dem jeweiligen Händler ab.
Einen solchen Markt habe ich in Chengdu bisher allerdings noch nicht besucht. Das steht definitiv noch auf meiner Liste! Ich bin gespannt, wie sich die Preise und das Einkaufserlebnis vom Supermarkt unterscheiden und welche Lebensmittel ich dort entdecken werde.
Besuch in der Apotheke
Diese Woche hat es mich leider auch erwischt: Ich war erkältet und hatte mit Schnupfen, Halsschmerzen und den typischen Erkältungsbeschwerden zu kämpfen. Also bin ich in eine chinesische Apotheke gegangen, um mir Medikamente zu besorgen.
Dort habe ich mich beraten lassen und zwei verschiedene Erkältungsmittel gekauft. Zusammen habe ich dafür 58 Yuan bezahlt, also ungefähr 7,50 Euro.
Besonders interessant fand ich, dass eines der beiden Medikamente ein traditionell chinesisches Erkältungsmittel mit verschiedenen Kräutern war. Es handelt sich um ein Granulat, das in Wasser aufgelöst wird. Das andere Präparat ist ein Kombinationsmittel mit Wirkstoffen, wie man sie auch aus westlichen Erkältungsmedikamenten kennt.
Die Verpackungen und die Art der Medikamente unterscheiden sich teilweise deutlich von dem, was ich aus Deutschland kenne. Es war spannend, auch diesen Teil des chinesischen Alltags kennenzulernen – selbst wenn ich darauf hätte verzichten können, ausgerechnet während meines Aufenthalts krank zu werden.


Mein Fazit
Mein Besuch im Fmart-Supermarkt hat mir gezeigt, wie unterschiedlich der alltägliche Einkauf in China und Deutschland sein kann. Regionales Obst, Gemüse, Reis und manche Snacks können günstig sein. Bei importierten Markenprodukten wie Schokolade zahlt man dagegen teilweise mehr.
Besonders spannend fand ich die lebenden Fische in den Wasserbecken und die große Auswahl an Lebensmitteln, die ich aus Deutschland nicht gewohnt bin. Auch die Lage des Supermarktes unterhalb der Ladenstraße war für mich eine interessante Entdeckung.
Und selbst mein Apothekenbesuch hat mir einen kleinen Einblick in den chinesischen Alltag gegeben – von modernen Kombinationspräparaten bis hin zu traditioneller Kräutermedizin.
Für mich gehört genau das zum Leben als Au-pair in China: Nicht nur neue Orte kennenzulernen, sondern auch die kleinen Dinge des Alltags aus einer anderen Perspektive zu sehen. Selbst ein ganz normaler Einkauf oder ein Besuch in der Apotheke kann dabei überraschend interessant sein.
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